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25. Juni 2021

Küstner, Friedrich Küstner, Friedrich

Vom Argelander-Institut für Astronomie übernahm die ULB Bonn den Nachlass des Astronomen Friedrich Küstner. Neben umfangreichen Korrespondenzen enthält er wissenschaftliche Manuskripte und astronomische Beobachtungsbücher.

Friedrich Küstner (ULB Bonn, Porträtsammlung)
Friedrich Küstner (ULB Bonn, Porträtsammlung) © ULB Bonn
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Friedrich Küstner wurde am 22.08.1856 in Görlitz geboren.

Nach seinem Abschluss an der Universität Straßburg 1879 arbeitete er eine Zeit lang als Observator an der Hamburger Sternwarte und nahm im Jahr 1882 an der Venustransitexpedition in Punta Arenas teil.

Ab 1884 war er an der Berliner Sternwarte tätig und führte dort Beobachtungen durch, die zur Entdeckung der Polhöhenschwankungen führten.

Von 1891 bis 1925 war Friedrich Küstner Direktor der Bonner Sternwarte, wo er sich für einen Wechsel von der visuellen zu der fotografischen Astronomie einsetzte und einen Doppelrefraktor anschaffte, an dem ab 1899 gearbeitet wurde.

Während seiner Zeit in Bonn untersuchte Küstner auch die Sonnenparallaxe und die Aberrationskonstante und erstellte im Jahr 1908 schließlich einen Sternkatalog mit 10.662 genauen Sternörtern.

Im Jahr 1910 erhielt Küstner für seine Arbeit mit dem Meridiankreis die Goldmedaille der Royal Astronomical Society und wurde sowohl zum Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina als auch zum korrespondierenden Mitglied der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften gewählt.

1911/12 war Küstner Rektor der Universität Bonn, seit 1917 korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Friedrich Küstner verstarb am 15.10.1936 in Mehlem, einem heutigen Stadtteil von Bonn.

Friedrich Küstners Nachlass wurde im Jahr 2015 vom Argelander-Institut für Astronomie, der Nachfolgeorganisation der Bonner Sternwarte, der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn übergeben und liegt nun in einem Inhaltsverzeichnis erschlossen vor.

Neben Korrespondenz, auch das Projekt der „Carte du Ciel“ betreffend, finden sich im Nachlass Beobachtungsbücher aus der Berliner und der Bonner Zeit sowie Aufzeichnungen zu den Beobachtungen diverser Sternhaufen. Ebenso sind Manuskripte zu verschiedenen Bonner Veröffentlichungen im Nachlass enthalten.

Dokumente zu Friedrich Küstner befinden sich auch in der Sammlung zur Sternwarte Bonn.


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