Universität Bonn

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30. November 2021

Greving, Joseph Greving, Joseph

Joseph Greving (1868 - 1919) war Begründer und Herausgeber der noch heute erscheinenden „Reformationsgeschichtlichen Studien und Texte“ sowie des „Corpus Catholicorum“ und lehrte Kirchengeschichte an den Universitäten Münster und Bonn. In seinem Nachlass finden sich neben Lebensdokumenten auch umfangreiche Briefwechsel mit Kollegen sowie Vorlesungsmanuskripte und Arbeitspapiere.

Joseph Greving an Karl Joseph Schulte (ULB Bonn, NL Greving : 8 : 68)
Joseph Greving an Karl Joseph Schulte (ULB Bonn, NL Greving : 8 : 68) © Creative Commons Gemeinfrei 1.0 International Lizenz
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Karl Maria Nikolaus Joseph Greving wurde am 24. Dezember 1868 als Sohn des Lehrers Bernhard Greving und seiner Frau Josephine, geb. Hackert in Aachen geboren.

Er legte im Frühjahr 1887 sein Abitur am Kaiser-Karls-Gymnasium in Aachen ab und studierte Katholische Theologie in Bonn (1887-1890) und München (1890-1893), wo er bei Aloys Knöpfler mit einer Dissertation über Paul von Benried promovierte. 

Nach der Priesterweihe im Frühjahr 1894 verbrachte er die folgenden Jahre als Kaplan zuerst in der Pfarrei St. Gertrud in Essen und anschließend in St. Kolumba in Köln. Durch kirchenhistorische Veröffentlichungen war sein Interesse an der Wissenschaft erneut geweckt und so kam er 1899 als Privatdozent zurück zur Universität Bonn, gleichzeitig wirkte er als Repetent im Collegium Albertinum. 

Im Herbst 1899 habilitierte er sich bei seinem ehemaligen Professor Heinrich Schrörs mit einer Arbeit über die Kölner Beginen.

In den nächsten Jahren widmete er sich neben seiner kirchengeschichtlichen Lehrtätigkeit der Geschichte der Reformation und begründete 1905 die Reihe „Reformationsgeschichtliche Studien und Texte“. Außerdem begann er mit den Planungen für die Herausgabe eines „Corpus Catholicorum“

1909 erfolgte der Ruf an die Westfälische Wilhelm-Universität Münster, wo er als ordentlicher Professor für Kirchengeschichte die Nachfolge Anton Piepers antrat. Seit Beginn des Ersten Weltkrieges konnte Greving sich intensiver dem Corpus Catholicorum widmen, da seine Studenten zum großen Teil zum Wehrdienst einberufen wurden und der Lehrbetrieb nahezu zum Erliegen gekommen war. 

Anfang 1917 erhielt Greving einen Ruf an die Universität Bonn, um die Nachfolge von Heinrich Schrörs, der sich überraschend hatte emeritieren lassen, am Lehrstuhl für Kirchengeschichte zu übernehmen. Er zögerte, den Ruf anzunehmen, da er sich in Münster gut eingelebt hatte, ein eigenes Haus besaß und sich das ehemals gute Verhältnis zu seinem Mentor stark abgekühlt hatte. Freunde und Kollegen, aber auch sein Pflichtgefühl bewogen ihn schließlich zur Zusage. Im Herbst 1917 kehrte er an seine Alma Mater zurück. 

Im selben Jahr gründete er die „Gesellschaft zur Herausgabe des Corpus Catholicum“ und trieb die Arbeiten an dem Quellenwerk trotz gesundheitlicher Probleme mit großer Hingabe weiter fort.

Mit Ende des Krieges bevölkerten die Studenten wieder die Vorlesungssäle, die Arbeiten am Eröffnungsheft des Corpus Catholicorum waren so gut wie beendet, als Joseph Greving am 6. Mai 1919 plötzlich an einem Herzschlag verstarb. 

Seinen Nachlass verwahrte seine Schwester Wilhelmine bis zu ihrem Tod 1952. Danach kam er in den Besitz des Kirchenhistorikers Hubert Jedin und Ende der 1950er Jahre in die Universitätsbibliothek Bonn.
Er ist durch ein Inhaltsverzeichnis erschlossen.


Verzeichnis


Veröffentlichung aus dem Nachlass

  • Jedin, Hubert:  Joseph Greving (1868 -1919). Zur Erinnerung an die Begründung der „Reformationsgeschichtlichen Studien und Texte“ im Jahre 1905. – Münster, 1954
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