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12. Mai 2026

Fundstücke der Prinz-Georg-Bibliothek (PGB) Fundstücke der Prinz-Georg-Bibliothek (PGB)

Das amerikanische Satiremagazin „Puck“ – deutsche Ausgabe von 1876

Puck, deutsche Ausgabe von 1876.
Puck, deutsche Ausgabe von 1876. © ULB Bonn
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Das deutschsprachige Satiremagazin „Puck“ wurde im März 1876 von Joseph Keppler ins Leben gerufen. Keppler, der am 1. Februar 1838 in Wien zur Welt kam, studierte Malerei an der dortigen Akademie der Künste. Anschließend war er als Schauspieler, Komiker und Karikaturist tätig. Seine Karikaturen erschienen zum Beispiel in der Wiener Satirezeitschrift „Kikeriki“. 1867 wanderte er in die USA aus. 

Im Jahr 1871 startete Keppler in St. Louis den ersten Versuch, ein deutschsprachiges Satiremagazin in den USA unter dem Namen „Puck“ zu etablieren. Der Name verwies auf den Hofnarr Puck (auch Robin Goodfellow genannt) in Williams Shakespeares Komödie Midsummer Night’s Dream („Ein Sommernachtstraum“), der im dritten Akt, 2 Szene Folgendes spricht: “Lord, what fools these mortals be!” Da eine fortwährende Nachfrage ausblieb, wurde das Erscheinen des Magazins bereits im August 1872 wieder eingestellt. 

Im gleichen Jahr ließ sich Keppler mit seiner Familie in New York nieder, wo er 1876 – diesmal zusammen mit dem Drucker Adolph Schwarzmann (1876-1904) – ein weiteres Mal versuchte, ein deutschsprachiges Satiremagazin mit dem gleichen Titel auf den Markt zu bringen.

Die Rahmenbedingungen waren deutlich günstiger als in St. Louis: New York war DIE zentrale Anlaufstelle für Immigranten, dadurch wuchs die Stadt stetig, auch in kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht. Viele Menschen wanderten aus Deutschland ein, insbesondere in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die in New York ein eigenes Nationalitätsviertel, „Little Germany“, schufen.

Diesmal klappte es mit der Etablierung! Die erste Ausgabe erschien im September 1876 und der Verkauf sorgte für einen sicheren Absatz. Zudem gab es zahlreiche Stimmen, die auch eine englische Ausgabe wünschten. So erschien die erste englischsprachige Ausgabe bereits ein Jahr später, im März 1877, die letzte am 5. September 1918.

„Puck“ gilt als erfolgreichstes Satiremagazin seiner Zeit in den USA. Es erschien wöchentlich und umfasste 16 Seiten. „Puck“ zeichnete sich nicht nur durch bissige politische Satire aus, sondern auch, weil es als erstes Magazin die Vollfarb-Lithografie einsetzte. 

Anfänglich hatte Keppler alle Karikaturen selbst gezeichnet. Der Erfolg erlaubte es ihm, einige, ebenfalls hervorragende, Karikaturisten einzustellen wie Frederick Burr Opper und Bernhard Gillam. Nach seinem Tod im Jahr 1894 führte zuerst Henry Cuyler Bunner (1855-1896) das Magazin weiter. Nach dessen Tod wiederum übernahm Harry Leon Wilson die Leitung, 1903 schließlich Kepplers Sohn, Joseph Keppler Jr. (1872-1956)

In Deutschland erschien die „humoristisch-satyrische“ Zeitschrift „Puck“ von 1876 bis 1878 im Leipziger A.H. Payne Verlag, unter der Herausgeberschaft von Constantin von Grimm. Eine Ausgabe des ersten Bandes aus dem Jahr 1876 befindet sich in der Prinz-Georg-Bibliothek, die seit 1894 im Besitz der ULB Bonn ist. Eine digitale Kopie kann in den Digitalen Sammlungen der ULB frei heruntergeladen werden. 

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Puck's neuestes Assortiment von Kinderspielzeug. © ULB Bonn
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