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25. Juni 2021

Schönfeld, Eduard Schönfeld, Eduard

Den Nachlass des Astronomen Eduard Schönfeld übernahm die ULB Bonn vom Argelander-Institut für Astronomie. Neben einer bedeutenden Anzahl an Korrespondenzen enthält er vor allem Dokumente zur berühmten "Bonner Durchmusterung".

Eduard Schönfeld, via Wikimedia Commons
Eduard Schönfeld, via Wikimedia Commons © Public domain
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Eduard Schönfeld wurde am 22.12.1828 in Hildburghausen geboren, wo er bis zu seinem Abitur 1847 die Schule besuchte. Er war Kind einer jüdischen Familie, trat jedoch nach seinem Schulabschluss dem evangelischen Glauben bei.

Auf Anraten seines Vaters studierte Schönfeld zunächst Bauwesen, entschied sich aber nach kurzer Zeit für die Naturwissenschaften und begann in Marburg bei dem Gauß-Schüler Christian Ludwig Gerling unter anderem Astronomie zu studieren.

Nachdem Schönfeld auf einer Reise nach Bonn Bekanntschaft mit Friedrich Wilhelm August Argelander gemacht hatte, entschloss er sich, das Studium der Astronomie 1852 in Bonn fortzusetzen. Dort erhielt er schon ein Jahr später eine Stelle als Assistent, durch die er die Möglichkeit erhielt, gemeinsam mit Adalbert Krüger an der bekannten „Bonner Durchmusterung“, Argelanders großem Projekt, mitzuwirken.

Mit einer Abhandlung über die Bahnelemente des Kleinplaneten Thetis promovierte Schönfeld 1854. Seine Habilitation folgte drei Jahre später.

Eduard Schönfeld zog 1859 nach Mannheim, um dort die Stelle als Direktor der Mannheimer Sternwarte anzutreten. In der Mannheimer Zeit widmete er sich unter anderem der Bestimmung der Positionen von Nebelflecken mithilfe des Ringmikrometers.

Eduard Schönfeld war Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Astronomischen Gesellschaft sowie lange Jahre ihr Schriftführer und Herausgeber der Vierteljahrsschrift.

Nach Argelanders Tod im Jahr 1875 übernahm Schönfeld dessen Stelle als Direktor der Bonner Sternwarte und ergänzte die Arbeit zur Bonner Durchmusterung, indem er die Bereiche -2°- -23° der südlichen Deklination erforschte. 1883 wurde er Geheimer Regierungsrat und war 1887/88 Rektor der Universität Bonn.

Mit seiner Frau Helene, einer Tochter des Mineralogen Jacob Noeggerath, hatte Eduard Schönfeld zwei Töchter und einen Sohn.

Er starb am 01.05.1891 in Bonn.

Eduard Schönfelds Nachlass wurde im Jahr 2015 vom Argelander-Institut für Astronomie, der Nachfolgeorganisation der Bonner Sternwarte, der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn übergeben und ist durch ein Inhaltsverzeichnis erschlossen, das auf den Vorarbeiten von Gisela Münzel und Hilmar Duerbeck basiert.

Neben über 1300 Briefen von Kollegen an Eduard Schönfeld enthält der Nachlass vor allem Dokumente zu Schönfelds bekanntester Arbeit, der „Bonner Durchmusterung, südlicher Teil“, und die Ergebnisse der Beobachtung veränderlicher Sterne, die in  Zusammenarbeit mit August Winnecke entstanden sind. Einen weiteren Teilnachlass mit Korrespondenzen konnte die ULB Bonn 2018 erwerben.

Dokumente zu Eduard Schönfeld befinden sich auch in der Sammlung zur Sternwarte Bonn.


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